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Ramsis Tempelanlage

Die zwei Felsentempel, die Pharao Ramses II. am westlichen Nilufer zwischen dem ersten und zweiten Katarakt bauen ließ, sollten an der südlichen Grenze des Pharaonenreiches die Macht und ewige Überlegenheit Ägyptens gegenüber Nubien demonstrieren. Auch diese Tempel gehören zu denen, die durch die UNESCO vor der Zerstörung durch das Wasser gerettet wurden, in dem sie 180 m landeinwärts und 64 m höher wieder aufgebaut wurden.
Jedes Jahr am 21. Februar und 21. Oktober erreichen die Strahlen der aufgehenden Sonne die innerste Kammer des Tempels, das so genannte „Sonnenwunder“ von Abu Simbel. Der große Tempel des Ramses II. wurde komplett in das Felsmassiv
eingeschnitten, wobei die Bergflanke als Pylon dient. Die vier 22 m hohen, gewaltigen Kolossalstatuen stellen den König dar und sind das Erkennungsmerkmal. Ramses II. ließ ihn für die Göttin Hathor und seine Lieblingsfrau Nefertari bauen. Zwischen den massiven Beinen sehen die dort integrierten, überlebensgroßen Statuendarstellungen der weiblichen Angehörigen der Königsfamilie fast winzig aus. Auch heute noch lösen die Tempel aufgrund ihrer gigantischen Größe Erstaunen bei den Besuchern aus.
Der Kleine Tempel von Abu Simbel wurde der Gemahlin des Ramses, Nefertari, und der Göttin Hathor von Ibschek geweiht. Auch dieser Tempel ist in den Fels hineingebaut. Die aus der Felswand geschlagenen Figuren zeigen je zweimal Nefertari, Hathor und Ramses, die alle ca. zehn Meter hoch und in gleicher Größe sind. Dieses ist eine Besonderheit, da die Ehefrauen der Könige meist kleiner dargestellt wurden.